Gary Player besteht darauf, ebenfalls neun Major-Siege bei den Senioren gewonnen zu haben. Offiziell weist die Bilanz allerdings nur sechs aus. Hat der Südafrikaner Recht?

Bernhard Langer hat mit seinem neunten Major-Sieg bei der Senior PGA Championship einen neuen offiziellen Rekord bei den Über-50-Jährigen aufgestellt. Die Golfwelt zeigte sich beeindruckt und gratulierte. Auch Gary Player. Auf Twitter schrieb er: „Glückwunsch zum Sieg! Du bist ein wunderbares Beispiel dafür, wie hervorragende Fitness dafür sorgen kann, dass man immer weiter Siege einfährt.“ So weit, so gut.
Doch Player bestand darauf, dass Langer mit seinem neunten Senioren-Major-Titel keinen Rekord aufgestellt, sondern lediglich mit ihm gleichgezogen habe. In einem Interview mit Golf Digest sagte er: „Die Senior Open Championship wurde von der PGA Tour Champions erst 2003 offiziell als Major anerkannt, deshalb zählen meine Siege (1988, 1990 und 1997) dort nicht.“
„Das muss man sich mal vorstellen“
„Das muss man sich mal vorstellen, das älteste Golfturnier, ausgetragen auf Links-Plätzen, dem härtesten Test für das Spiel und den Kopf, mit dem stärksten Feld des Jahres. Das sagt schon einiges. Es ist nicht fair, diese Turnier über Jahre hinweg nicht als Major anzuerkennen“, so Player weiter.
Langer hat mit seinem Sieg bei der Region Tradition, seit 1989 ebenfalls ein Major-Turnier auch den Karriere-Grand-Slam (alle fünf Major-Turniere gewonnen) bei den Senioren erreicht. Eine Leistung, die Player ebenfalls für sich beansprucht. Obwohl er bei 19 Starts bei der Regions nicht gewinnen konnte und „nur“ vier verschiedene Major-Pokale in seiner Vitrine stehen hat. Die Begründung: Die Regions sei ein „sehr nettes Turnier“, sie sollte allerdings nicht als Major gewertet werden.“
Player hat nicht ganz Unrecht
Der Grand-Slam-Anspruch erscheint etwas dünn argumentiert, im ersten Punkt hat der Südafrikaner allerdings nicht ganz Unrecht mit seiner Anmerkung. Auch er setzte sich gegen ein major-würdiges Feld durch. Wird die PGA Tour Champions diese Siege nachwirkend anerkennen? Nicht ausgeschlossen. 2002 tat genau dies die PGA Tour und führte ab diesem Zeitpunkt alle Open-Gewinner seit 1860 offiziell als Major-Sieger.
Am Ende wird es auch wahrscheinlich egal sein. Bei Langers derzeitiger Form ist ein Ende der Dominanz trotzt des anstehenden 60. Geburtstags nicht absehbar. Der Deutsche wird aller Voraussicht nach weitere Majors gewinnen und dann endgültig zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen. Drei Chancen bieten sich in diesem Jahr noch: Die Senior Players Championship, die U.S. Senior Open sowie die Senior Open Championship. 

Quelle: www.golftime.de