Bernd Wiesberger behält bei der Scottish Open im Stechen gegen einen Franzosen die Nerven. Martin Kaymer kann sich verbessern.


Um 21.45 Uhr war der Krimi zu Ende. Wie gewöhnlich. Dann konnten die Kriminalhauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk im Kölner Tatort wie erwartet ihren Fall lösen. In North Berwick, an der schottischen Ostseeküste, spielte sich bei der Scottish Open zeitgleich kein fiktiver, sondern ein sportlicher Krimi ab. In den Hauptrollen: Bernd Wiesberger und Benjamin Hebert. Der Franzose hatte sich zuvor mit einer 62 aus dem Verfolgerfeld nach ganz vorne gespielt. Wiesberger gelang es mit einer 69, seiner mit Abstand schwächsten Runde in dieser Woche im Renaissance Club, nicht, den Titel schon vorher klar zu machen.

Und so ging der Tatort von North Berwick in die Verlängerung. Drei Mal absolvierte das Duo die 18. Zwei Mal schnupperte Hebert am Titel, zwei Mal verpasste er aus kürzer Distanz. Auch im dritten Anlauf hatte der Franzose, aktuell die Nummer 185 der Welt, seinen Ball auf dem Par 4 nach dem zweiten Schlag näher am Grün abgelegt, doch gegen die tief stehende Sonne benötigte er drei Versuche, eher der Ball im Loch verschwand. Das Bogey öffnete die Türe für Wiesberger, dem der Zwei-Putt zum Sieg gelang. 

Rekordpreisgeld

Es war aus seiner Sicht ein durchwachsener Finaltag, der die Führung während der regulären Runde zunächst mit einem Birdie auf der 15 erneut an sich riss, dann aber mit einem Bogey auf der 17 wieder teilen musste. Nervenstark sein Putt zum Par aus gut zwei Metern auf der 18 zum Einzug ins Stechen. Wiesberger ging auf die Knie und musste erstmal durchatmen, während sein Caddie den Ball aus dem Loch holte. Es war ein langer, nicht ganz nach Plan verlaufener Sonntag, an dessen Ende dennoch der lukrative Titel der Scottish Open steht.
Wiesberger erhält für seinen zweiten Sieg in dieser Saison ein Preisgeld in Höhe von 1,034 Millionen Euro, und heimst den größten Scheck seiner Laufbahn ein. Der nächste Krimi wartet in der kommenden Woche in Nordirland auf den Österreicher. Dort findet in Royal Portrush die Open Championship statt. Vielleicht erneut mit einem österreichischen Protagonisten.

Kaymer verbessert sich

Martin Kaymer kann sich am Sonntag dank einer 65, seiner besten Leistung der Woche, auf den 20. Rang nach vorne schieben. Erneut eine solide Woche des Deutschen, die jedoch nicht für die Qualifikation für das vierte Major-Turnier des Jahres belohnt wird. Kaymer wird damit erstmals seit 2007 bei der Open Championship zusehen müssen.
Max Schmitt beendete das Turnier mit 70 Schlägen auf Position 48. Maximilian Kieffer hatte zuvor den Sprung ins Wochenende verpasst.

Quelle: www.golftime.de