Sarina Schmidt, 20, vom GC Valley versilberte
sich im Januar ihr “Hobby” als beste Deutsche
bei der Qualifying School für die Ladies European Tour im spanischen
La Manga. Ihr Coach Danny Wilde mit einer Golfschwung-Analyse. 


Danny Wilde, PGA G1 Professional,
Diplom-Trainer des
DOSB, A-Trainer
des DGV. Sportlicher
Leiter des
GC Valley und Headpro
der GolfsportManufaktur

Sarina Schmidt – diesen Namen sollten sich Golf-Deutschland merken. Die deutsche Nationalspielerin
mit zur Hälfte thailändischen
Wurzeln konnte sich mit einer
fabelhaften Top-10-Platzierung bei
der Qualifying School der Ladies
European Tour (LET) in La Manga,
Spanien, eine der begehrten 20 Tourkarten
sichern. 

Dieses Ergebnis kam
jedoch nicht ganz unverhofft und gerade
deshalb müssen die Erwartungen
nun etwas im Zaum gehalten werden.
Nachdem der erste Qualifikations-Versuch
2018 knapp gescheitert war, wurden
die Weichen damals neu gestellt.
Sarina ist immer eine Kämpferin
gewesen, daher ließ sich erahnen,
dass sie dies nicht hinnehmen würde. 
Nach einem durchwachsenen Start
in die Saison 2019 hagelte es ab Mai
dann starke Ergebnisse: Egal, ob in der
ersten Bundesliga (Mannschaft) oder
bei Einzelturnieren, Sarina präsentierte
sich nur noch top, besonders mit
ihrem Sieg bei den Internationalen
Amateur Meisterschaften 2019 (IAM)
in Hamburg. 
Beinahe konnte sie zum Saisonende
noch das Double mit den Deutschen
Einzelmeisterschaften perfekt machen.
Hier wurde sie starke Zweite.

Sarina Schmidt: Golfschwung-Analyse

Das Setup

Sarina steht in ihrer „neutralen“ Stellung
am Ball: Ausbalanciert, das Gewicht gleichmäßig
auf beide Füße verteilt. Ihr Becken ist nach
vorne gekippt und verursacht so ein leichtes
Hohlkreuz im Lendenbereich. Ihre Brustwirbelsäule
ist relativ gerade und lässt die Halswirbelsäule
nach vorne gebeugt aussehen. 

Der Rückschwung (Teil 1)

Im ersten Teil ihrer Rückschwung-
Bewegung dreht sie den Oberkörper
nach rechts, während die Arme in derselben
Position wie beim Ansprechen mitgenommen
werden. Man nennt dies auch „one-piecetake-
away“. Eines der Themen, an denen wir
2019 intensiv gearbeitet haben. 

Der Rückschwung (Teil 2) 

In diesem Teil des Rückschwungs
ist gut zu erkennen, wie sie bei voller
Oberkörperdrehung das Gewicht auf dem
rechten Fuß und tendenziell mehr auf der Ferse
hat. Unser Ziel war es, hier etwas besser auf
die Innenkante zu verlagern, um sich besser
von links nach rechts abzudrücken.

Der Abschwung 

Auf halbem Weg zum Ball beschleunigt Sarina – nach einem kraftvoll eingeleiteten „Shift“ der Hüften und danach startender Rotation des Beckens – Arme und Schläger weiter in Richtung Ball. Gut zu sehen,
wie sie sich von rechts nach links mit den
Beinen bzw. dem Unterkörper abdrückt. 

Im Treffmoment 

Im Treffmoment sind Sarinas
Hüften leicht zum Ziel geöffnet, ihre Hände
stabil vor dem Ball. Seitlich erkennt man die
Ansprechposition aus Bild 1 wieder. Schön, wie
Sarina ihren rechten Fuß erst kurz nach dem
Treffmoment vollständig hebt. Dies gibt ihr
mehr Platz für einen konstanten Schlägerweg. 

Der Durchschwung und das Schwungfinale

In der Endposition
zeigt Sarina ihren Signature Move: das „Sarini
Finish“ (linkes Bild), das durch das Vorwärtskippen
des Beckens entsteht. Hier ist die
Lendenwirbelsäule – anders als bei klassischen
Golfschwüngen – über das rechte Bein gebeugt.
Der Erfolg gibt Sarina hierbei recht …

Quelle: www.golftime.de